Italienisches Lebensgefühl

Konzert Frutti di Mare und Gondelfahrer-Der Männerchor nimmt seine Zuhörer mit an südländische Küsten

Füssen  Der langanhaltende Beifall für den Liederkranz Füssen war verklungen und Sätze wie "Das war wieder ein schönes Konzert!" oder nur kurz "Guat wars!" waren dem Publikum zu entnehmen. Keiner musste sein Kommen in den voll besetzten Kaisersaal bereuen, denn die Leiterin des Männerchors, Gisela Reichherzer, hatte zu dieser "Italienreise" wieder ein abwechslungsreiches Programm aus Chorliedern, Solopartien und Instrumentalstücken zusammengestellt.

Der Füssener Magnus Bader zauberte mit seiner Laute ein Tänzchen aus der Zeit, in der sich reine Instrumentalmusik noch durchsetzen musste. Auch die seltene Kombination Gitarre und Klavier, in der die Melodien munter zwischen beiden Instrumenten hin und her wechselten, erhielt viel Beifall. So auch Professor Wiedemann bei seiner Interpretation des "Lagunenwalzers" von Johann Strauß, ehe er die Dirigentin beim frechen Lied über die Verkäuferin von "frutti di mare" einfühlsam begleitete. Auch das neapolitanische Volkslied über die Insel "Santa Lucia" wurde von der Sopranistin mit ausgeprägter Stimme und engagierter Mimik vorgetragen, was das Publikum ihr mit Bravorufen und lang anhaltendem Beifall dankte.

Im Mittelpunkt des Konzerts standen aber die Chorlieder zum Thema "Italienreise". Mit weichem Stimmenklang und exakt im Rhythmus eröffnete der Männerchor textsicher mit den zwei Madrigalen "An hellen Tagen" und "Tanzen und Springen" den Abend. Es folgten Schuberts "Der Gondelfahrer" und Tschaikowskis "Cappriccio Italien". Werkgetreu und mit großem Engagement und mit einer außerordentlichen Klangreinheit vorgetragen, sprang der Funke auch auf das Publikum über.

Der zweite Teil stand ganz im Zeichen der "Italienreise" von Willi Trapp, der Melodien von Gerhard Winkler geschickt zusammengefasst hat. Mit "Frauen und Wein", "Südliche Nächte" und "Capri Fischern" war alles vertreten, was die italienische Lebensart ausdrückt. Wiedemann war dem Chor dabei eine feste Stütze und Reichherzer führte ihre Männer engagiert und mit präzisen Einsätzen. Nicht ohne zwei heftig geforderten Zugaben ließen die Zuhörer die Musiker von der Bühne und mit der heimlichen Nationalhymne Italiens, dem "Chor der Gefangenen" aus der Oper Nabucco und dem "O mia bella Napoli" ging die Italienreise zu Ende.(wb)